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Doku: Let’s Make Money – Geschichten aus unserem Geldsystem

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Mirko Kovats, ein Investor aus Österreich, schreitet gemächlich durch eine neue Fabrikhalle in Indien. Laut seinen Worten zwingt ihn der globale Wettbewerb dazu, immer leistungsfähiger zu werden und dabei Kosten zu sparen. Deswegen wundert es auch nicht, wenn er die Aussage seines Fabrikleiters zum Thema besserer sozialer Randbedingungen mit der Frage abwürgt „Was kostet uns ein Arbeiter?“. Mirko Kovats steht schließlich im Wettbewerb mit anderen und gehört nur zu den 15 reichsten Österreichern.

lets_make_money_miniMark Möbius, der Präsident von „Templeton Emerging Markets“, findet ebenfalls passende Worte zu unserer heutigen Zeit. Unverblümt spricht er von Profiten und wie man diese am sichersten erlangt. Das Zitat, „Am Besten kauft man dann, wenn das Blut auf den Straßen klebt“, ergänzt er nur lapidar durch den Zusatz „Auch wenn es dein eigenes ist.“ Diese Bbeiden und weitere Personen in dem Film „Let’s Make Money“ einigt eine Sache: Sie alle wissen sehr genau, wie Kapitalismus funktioniert und sprechen offen über ihre Handlungen, deren Folgen und welche Vorgänge sie in der Vergangenheit begleiteten.

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Neben diese allesamt interessanten Charakteren gesellt sich auch John Perkins, ein Globalisierungskritiker, hinzu. Er weiß, wovon er spricht, denn schließlich war er früher im Auftrag der USA dafür verantwortlich, fremde Regierungen proamerikanisch zu stimmen. Im Film erklärt er, wie eine solche Manipulation vonstatten geht und welche Rolle er dabei spielte. Mit dem Hinweis auf den Irakkrieg bekommt der Zuschauer auf den Einmarsch der US Truppen auf einmal eine ganz andere Sicht auf die Geschehnisse.

Den Titel seines Films „Let’s Make Money“ hätte Erwin Wagenhöfer nicht zweideutiger wählen können. Zum einen könnte man vermuten, in diesem Film geht es um Geldschöpfung, also woher kommt unser Geld und wer bringt es in Umlauf. Das Intro des Films würde diese Vermutung unterstützen, doch letztendlich handelt der Film von den Auswirkungen des Kapitalismus. In diesem Sinne erklärt „Let’s Make Money“, wie man Geld verdient, ohne Rücksicht auf Verluste, und schweift zudem ein bisschen in die Geschichte unseres heutigen Systems ab.

Auch wenn der Film viele negative Kritiken erhielt, welche die vereinfachte Darstellung der Informationen anprangerten, richtet sich der Film genau an die Personen, welche noch keine klaren Vorstellungen über das existierende System besitzen. Wer besser verstehen möchte, wie Kapitalismus funktioniert, kommt um diesen Film nicht herum. Die zu Wort kommenden Personen sind allesamt sehr interessant und zeigen deutlich auf, wie Neoliberalismus funktioniert.

 

Produktion: Österreich 2008
Originaltitel: Let’s Make Money
Regie: Erwin Wagenhofer
Laufzeit: 107 Minuten

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